🦩🥛 Das kleine 1×1 des Milchkefirs 🥛🦩

Was ist Milchkefir – und was ist drin?
Zuerst erfahrt Ihr hier die Kurzversion der Geschichte des Milchkefirs. Dann stelle ich Euch seine Inhaltsstoffe vor. Und gehe kurz auf die gesundheitlichen Vorteile von selbstgemachtem lebendigem Kefir ein.

Eine kurze Geschichte der Kefirknolle

Gärprodukte sind seit Jahrhunderten beliebt, weil sie gesünder sind und länger haltbar.
Denkt an Brot, Bier, Oliven, Käse, Sauerkraut und vieles mehr. Immer sind es die Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, die mit ein wenig Zeit sehr viel Gutes für uns tun. Da wundert es nicht, daß die Menschheit auch mehr auf gegorene statt auf frische Milchprodukte setzt.

Der Ursprung des Kefirs soll in Russland, Sibirien und Tibet zu finden sein.
Die frühen Nomadenvölker Tibets oder der Mongolei haben damit Stuten-, Schafs- oder Ziegenmilch vergoren. Heutzutage ist Kuhmilch das Hauptelexier der Kefirknollen. Die wertvollen Kefirpilze galten den Stämmen als heilig. Sie wurden von Generation zu Generation vererbt.

Das Wort „Kefir“ stammt vom türkischen „köpürmek“ (schäumen) ab.

Der Weg der Kefirknollen verlief grob gesagt von Ost nach West. Der weiße blumenkohlartig aussehende ist kaukasische Milchkefir. Er schmeckt milder und ist cremiger. Der tibetische Kefir erinnert an Reiskörner. Er ist säuerlicher im Geschmack. Beide sind von gummiartiger Konsistenz. Sie halten physisch betrachtet einiges aus, was ganz bestimmt zu ihrem Erfolg bei nomadischen Völkern beigetragen hat.
In Deutschland hat der Kefir seit den 90er Jahren wieder eine größer werdende Fangemeinde. Vielleicht kennt der Eine oder die Andere selbstgemachten Kefir auch noch von den Großeltern.

Was steckt drin in lebendigem Kefir?

Egal ob kaukasischer oder tibetischer Milchkefir, in jedem Fall leben hier spezielle Bakterien und Hefepilze in Symbiose.

Bei der Gärung/Fermentation bauen die Bakterien den Milchzucker ab zu organischen Säuren und natürlichen Probiotika. Gleichzeitig stellen die Hefen Kohlensäure, geringe Mengen Alkohol sowie Vitamine her, von denen die Bakterien profitieren.

Die symbiotische Zusammensetzung der Kefirknollen kann variieren. Und der Fermentationsprozeß ist abhängig von Zeitdauer, Umgebungstemperatur und Milchsorte. Die folgenden Inhaltsstoffe können deshalb in veränderlichen Anteilen in Eurem „Getränk der Hundertjährigen“ entstehen:

Milchsäurebakterien
• Lactobacillus kefir
• Lactobacillus caucasics
• Lactobacillus brevis
• Lactobazillus casei
• Lactobacillus acidophilus
• Lactobacillus bulgaricus
• Streptococcus lactis

Hefepilze
• Saccharomyces kefir
• Saccharomyces cerevisiae
• Candida kefir

Sonstige Inhaltsstoffe
• Essigsäurebakterien
• Kohlensäure
• Alkohol (0,5 – 2 %)
• Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C, D
• Folsäure
• Niacin
• Kalzium
• Eisen
• Jod

Nutzt man Biomilch zur Kefirproduktion, können sich wertvolle Omega-3-Fettsäuren entwickeln. Diese sind für Menschen essentiell, werden also nicht im Körper gebildet, sondern müssen aufgenommen werden.

Hier zeigt sich ein elementarer Unterschied zu Joghurt (weniger unterschiedliche Milchsäurebakterienarten als in Kefir)
und Buttermilch (Abfallprodukt bei der Butterherstellung = fettfreier Milchrest), denn diese Milchprodukte enthalten weder Hefen noch Essigsäuren. Beide unterstützen im Dickdarm die Entwicklung einer gesunden Darmflora. Und sie beseitigen Krankheitserreger und stärken so unser Immunsystem.

Der elementare Unterschied zum „milden Kefir“ aus dem Kühlregal im Supermarkt sind die Probiotika. Unser selbst hergestellter Kefir ist lebendig, voller aktiver Bakterien und Hefen. Sie sind so zahlreich, daß sie den Weg in unseren Darm überleben und dort wohltuend zur Verdauung unserer Nahrung beitragen.

Lebendige Nahrungsmittel sind für industrielle Zwecke ungünstig. Es laufen ständig Prozesse ab, die z.B. auf Umgebungstemperaturen reagieren. Die Gärung findet im lebendigen Kefir sogar ohne Knollen und (vermindert) auch im Kühlschrank weiter statt. Ihr könnt Euch leicht vorstellen, daß es in vakuumverpackter Supermarktware problematisch wäre, wenn der Kefir immer saurer würde. Erst recht, weil die Verpackung durch die Gärgase auch platzen könnte.

Deshalb wird Supermarktkefir extra pasteurisiert und ist praktisch inaktiv. Das Bakterien-Milchsäuregemisch stammt aus einer einfacheren Ausgangskultur. Es ist nicht so breit gefächert wie in lebendigem Kefir. Dafür enthält er keinen Alkohol.

Was bringt Kefir für Eure Gesundheit?

Bei der gesunden Wirkung Eures (handaufgezogenen) Kefirs geht es auf jeden Fall um die regelmäßige Portion jeden Tag . Die Größe dieser Portion ist zweitrangig!

Ich fasse mich hier bewußt kurz, damit wir zum Machen kommen und die gesunden Effekte bald genießen können:
Grob gesagt fressen die Kefirarbeiter für uns Ungesundes oder zumindest schwer Verdauliches und verwandeln es in leichter verdauliche Nahrung. Diese reichern sie mit vielen Vitaminen, Mineralien und organischen Säuren an. Unser Körper braucht sie und kann sie in dieser Form hervorragend verwerten.

Deshalb wird Kefir auch als das „Getränk der Hundertjährigen“ bezeichnet. Er unterstützt die Darmtätigkeit und sorgt für eine gesündere Darmflora. Die Darmentleerung wird verbessert, gerade bei verhärtetem Stuhl.

Seine gesundheitsfördernden Mikroorganismen unterstützen unser Immunsystem und verhelfen uns zu reinerer Haut. Darüber hinaus enthält Kefir viel Protein, die Vitamine A, C, D, verschiedene B-Vitamine und Folsäure, Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod. Diese Stoffe sind wichtig für unsere Knochen und Zähne, unsere Nerven und Muskeln und unsere Schilddrüse.

Eine gesunde Darmflora hat positive Effekte auf unsere Hormonproduktion. Ein Zusammenhang mit der Besserung von Depressionen wird inzwischen erforscht. Kefir wirkt entzündlichen Prozessen entgegen, innerlich und auch auf unserer Haut.

Die Zusammenhänge zwischen Darm und Gehirn werden immer besser verstanden. So werden jetzt auch positive Effekte des lebendigen Kefirs in Bezug auf Demenzerkrankungen erforscht.

Aus Milchkefir könnt Ihr fast alles herstellen. So ist es leicht und immer wieder lecker, sich die gesunde tägliche Portion zu machen und sie zu genießen.
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